Perspektive Theorie
  1. Perspektivegrundlagen, Ueberschneidung, Abwinkelung
  2. Gross - Klein, Schatten
  3. Hell - Dunkel, Schatten, Flucht- und Bewegungslinien
  4. Linearperspektive, Parallelperspektive
  5. Beispiele
  6. freie Perspektive, Freihandzeichnen, Farbperspektive
  7. Zentralperspektive, Perspektivkonstruktion,
    Fluchtpunkte, Horizont, Sehstrahlen
  8. Geschichte der Perspektive, Bildebene, Dürerscheibe
  9. Perspektivkonstruktion, Beispiel
Perspektive Übungen (pdf) Bildgrammatik (pdf)
Konstruktion von Fluchtpunkten am Beispiel eines Gebäudes
Übereck-Perspektive mit zwei Fluchtpunkten (konstruktives, perspektivisches Zeichnen)

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Grundriss (ohne Betrachterstandort)

 

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Grundriss (mit Betrachterstandort)
 

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perspektivische Ansicht
 
 
  1. Grundriss (auf mind. A3) Zuerst wird der Massstab der Zeichnung (Verkleinerung im Verhältnis zur Originalgrösse des Gebäudes) unter der Berücksichtigung der Blattgrösse festgelegt (z.B. Massstab 1:100, 1:50 oder 1:25). Die Länge eines Gebäudes von 10 m wird beim Massstab 1:100 in der Zeichnung 10 cm lang. Der Grundriss sollte nicht zu klein gezeichnet werden (ca. 1/4 der Blattgrösse). Bei einem normalgrossen Einfamilienhaus sind Länge und Breite ca. 8-16 m. Man nimmt also den Masstab 1:100 oder 1:50 und kommt so auf das Mass 1cm = 1m, resp. 2cm = 1m.
  2. Zu zeichnen sind nun der Grundriss des Gebäudes sowie ein Punkt (Betrachterstandort) ausserhalb des Grundrisses. Dieser stellt den Ort dar, von dem aus das Gebäude betrachtet wird. Der Grundriss wird in eine Ecke des Blattes gezeichnet, so dass der Punkt des Betrachters in genügender Distanz auf dem Papier Platz hat. Die Position des Betrachters wird so festgelegt, dass dieser möglichst viel vom Gebäude sieht, nicht frontal an eine Wand schaut, da sonst keine Fluchpunkte nötig sind, und nicht zu nah oder weit entfernt steht (ca. doppelte Gebäudelänge). Dieser Standort wird als X eingezeichnet.
  3. Als eine Linie vom Betrachter zum Grundriss wird die Blickrichtung eingezeichnet. Diese richtet sich normalerweise auf die Mitte des Gebäudes (von Vorteil ist der Blick direkt auf die nächste Gebäudeecke).
  4. Im rechten Winkel zur Blickrichtung wird eine Linie durch die dem Betrachter naheliegendste Gebäudeecke gezeichnet. Diese Linie stellt die Bildebene dar.
  5. Üblicherweise bestehen Gebäudegrundrisse aus Rechtecken und diese beinhalten zwei zueinander rechtwinklig stehende Hauptrichtungen. Parallel zu diesen Hauptrichtungen (x,y) werden durch den Standortpunkt Linien zur Bildebene hin gezeichnet. Die zwei erhaltenen Schnittpunkte mit der Bildebene bezeichnen die zwei Fluchtpunkte F1 und F2 der Gebäudeseiten. Die perspektivische Zeichnung weist soviele Fluchtpunkte auf, wie es Hauptrichtungen am Gebäude hat, die für den Betrachter sichtbar sind.
  6. Im weiteren werden alle Eckpunkte und Fassadenteile wie Fenster und Türen des Grundrisses, die für den Betrachter sichtbar sind, mit dem Betrachterort verbunden (Sehstralen) und die Schnittstellen auf der Bildebene mit 1,2,3... bezeichnet. Diese Verbindungslinien sind die Sehstrahlen, die fächerartig vom Auge des Betrachters aus gehen. Die Abstände der Schnittstellen 1,2,3... auf der Bildebene sind gleichbedeutend mit den Längen der einzelnen Seiten des Gebäudes in der folgenden perspektivischen Zeichnung.
Perspektivische Zeichnung
  1. Festlegen der Augenhöhe (Horizont) auf dem Zeichenblatt. Auf welcher Höhe steht der Betrachter? Steht er auf derselben Höhe wie das Gebäude (ebenerdig)? Je nachdem muss der Horizont etwas weiter oben oder unten als horizontale Linie im Blatt gezeichnet werden. Auf dieser Linie werden jetzt die auf der Bildebene erhaltenen Distanzen eingetragen. Wenn es die Blattgrösse zulässt werden diese Distanzen verdoppelt oder verdreifacht, damit das Gebäude grösser wird. Ein Fluchtpunkt darf auch ausserhalb des Blattes liegen.
  2. Die Fluchtpunkte auf der Linie der Augenhöhe (Horizont) einzeichnen. Die Fluchtpunkte dürfen ausserhalb des Zeichenblattes liegen und auf dem Tisch (Kleber) mit Bleistift markiert werden. Dort wo die anderen Punkte 1,2,3... (ebenfalls mit den vergrösserten Distanzen) eingetragen werden, zieht man vertikale Linien über die Horizontlinie.
  3. Dort wo die Bildebene auf das Gebäude trifft, bei der vordersten Gebäudekante, werden die massstabgerechten Masse der Gebäude- und Dachhöhe ebenfalls entsprechend der Vergrösserung der jetzigen Zeichnung nach unten und oben eingetragen. Damit hat man das erste Mass. Die anderen Masse ergeben sich nun aus den Fluchtlinien.
  4. Von dieser ersten Gebäudekante werden nach links und rechts, oben wie unten die Linien zu den entsprechenden Fluchpunkten eingetragen. Diese Fluchtlinien schneiden sich mit den anderen vertikalen Linien der Gebäudekanten, die als Masse (1,2,3...) auf der Bildebene (Horizont) eingetragen sind und ergeben die weiteren Gebäudeeckpunkte.
  5. Extreme Untersicht auf das Objekt. Sicht vom Boden aus auf die Objekte (Möbel, Gebäude, Figuren etc.). Zu den Fluchtpunkten auf dem Horizont kommt der Fluchtpunkt der sich nach oben nähernden Fluchtlinien. Der Horizont kommt im Bild ganz unten zu liegen.

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