|
Es existiert eine Philosophie aus uralter Zeit.
Singh Bonga, Maran Buru, Nida Chando -
Gemeinsam erschufen sie einen heiligen Hain.
Maran Buru hatte zwei Kühe, und sie kamen herab
im Gebiet von Hihiri Pipiri, Chae Champa, Tore Sutam,
Baha Bandela, Ganta Bari, Ingu Buru,
und dort war Wasser und Wasser und Wasser.
Einst kamen die Kühe herab, um von diesem Wasser
zu trinken.
Überall Wasser und Wasser; sie kamen herab
sehen Sie hier um zu trinken.
Und in jenem Moment flogen zwei Insekten aus ihren
Mäulern und flogen hinunter zum Wasser;
sie trieben dahin und strandeten in Khojkaman.
Nach zwölf Jahren wurden zwei Insekten geboren,
sie flogen umher wie vomar-Vögel
und schnatterten Tag und Nacht.
Maran Buru gab ihnen die Namen Hans und Hansli;
Doch als er Thakran begegnete, beklagte sich Maran
Buru darüber,
dass Hans und Hansli nur immerzu klagten.
Bei Tag und bei Nacht fanden sie keinen Platz, um
zu ruhen,
wo sollten sie ihren Platz finden?
Thakran sprach: "Sorge dich nicht, Maran Buru!"
Und Maran Buru beschloss, die Welt zu erschaffen.
Sie erschufen karam dandi,
und sie erschufen karam-Baum und siram-Gras.
Die Vögel Hans und Hansli zerbrachen den karam
dandi, um sich ein Nest zu bauen,
und legten dort zwei Eier.
Aus diesen zwei Eiern wurden Pilchu Haram und Pilchu
Budhi kleine Kinder geboren.
Maran Buru war nun sehr darauf erpicht, die Erde zu
erschaffen.
"Wie bringen wir sie hoch (aus dem Meer)?"
Und ein Garnelenpaar, Steinkrabbe, raghop boar-Fisch
und Schildkröte (wurden gerufen).
Die Beine der Schildkröte wurden gebunden, Erdwurm
brachte den Schlamm hoch auf ihren Rücken,
und auf ihrem Rücken wurde die Erde geschaffen.
Der Schildkrötenkönig weinte und klagte;
er sagte zu Maran Buru:
"Ich kann diese grosse Erde nicht ganz alleine
tragen!"
Maran Buru sagte, "weine nicht, ich will deinen Freund
bitten, dir zu helfen!"
Und Maran Buru fragte: "Wie können wir die
Erde festigen?"
Er zupfte sich einige Haare aus dem Schnurrbart,
und als er sie hinunter warf, wuchs dhobi-Gras
auf der Erde.
Danach wurden Berge errichtet, wie der Berg Dalma;
sie machten die Erde stark und fest.
Pilchu Haram und Pilchu Budhi errichteten eine Hütte
aus Stein, wo sie blieben,
und sie wuchsen auf an jenem Ort,
und Sinchando schien auf sie herab.
Sinchando sagte, "ich kann mich nicht um diese
beiden Menschen kümmern!"
Maran Buru entgegnete, "warum kannst du das nicht?
Für diese beiden Menschen erschufen wir die Erde!"
Und Sinchando schämte sich bei Maran Burus Worten.
Nun erschuf Sinchando das Sonnenpferd, und Maran Buru
sagte:
"Dieses Pferd zerstampfte das Kind!"
Maran Buru erschuf zwei Hunde,
und die Hunde verjagten das Sonnenpferd.
Sie steckten einen Wagen von zwölf Ellen Länge
in Brand
"Dieses Feuer werden meine Kinder nicht überleben!"
Und um die zwei Kinder zu retten, erschuf Maran Buru
den Berg Boro Buru,
und machte Boro Buru so kalt, dass kein Feuer dort
brennen konnte.
An jenem kalten Platz wurde das Leben von Pilchu Haram
und Pilchu Budhi gerettet.
Sinchando fragte, "wie können sie leben
an jenem düsteren Ort?"
Und Maran Buru erschuf den Hahn.
Der Hahn krähte, und der Morgen dämmerte.
Und Sinchando grüsste und sprach zu Maran Buru:
"Das Leben der Menschheit ist kostbar möge
es wachsen in alle Ewigkeit!"
Damals ging Budhi, sie trug auf dem Kopf einen Korb
voll Grassamen und sammelte ranu,
und Haram ging nach Nale Talwar, und an einem Ort
genannt Lugu Buru
brauten sie Reisbier, wozu sie gungu-Blätter
falteten.
Sieben Söhne und sieben Töchter wurden geboren.
Pilchu Budhi sagte, Haram, lass uns von diesem süss
schmeckenden Reisbier kosten!"
Pilchu Haram entgegnete, "sei du bloss still!
Im Namen Maran Burus muss ich erst einen Becher Reisbier
vergiessen."
Budhi machte aus Blättern drei Becher und füllte
sie mit Reisbier.
Einen Becher vergoss Haram im Namen Maran Burus.
Haram und Budhi kosteten und fanden es überaus
schmackhaft;
Sie tranken und wurden betrunken, und ihre Kinder
kamen zur Welt.
Sie tranken, und er zog sie bei den Haaren und schlug
sie.
Maran Buru kam herunter und fragte, "weshalb
streitet ihr?"
Budhi gab zurück, "wie soll ich sagen
Haram, der Dreckskerl, tötete und verbrannte mich,
und er nahm all unsere Kinder."
Und Maran Buru sagte, "Budhi, sei still und höre
auf zu zanken.
Du nimmst deine sieben Töchter mit dir, und Haram
nimmt sieben Söhne."
Haram führte seine sieben Söhne in den Wald
von Khanderai,
und Budhi führte ihre sieben Töchter in
den Wald von Sukuruc.
Budhi führte sie dorthin, um grüne Blätter
zu sammeln,
und Haram führte sie in den Wald von Khanderai;
sie trennten Söhne und Töchter.
Die Töchter glichen glühenden Kohlen im
Feuer;
zwei Mädchen sangen, und zwei Jungen antworteten
wie ihr Echo.
Die Mädchen riefen, "ihr jüngeren Brüder,
schaut her!
Hier läuft das Fleisch des gefleckten Hirschs!
Er kommt von dort drüben herüber gelaufen!"
Die beiden Jungen hörten und entgegneten:
"Unser Vater ist verrückt!"
"Euer Hund ist hier vielleicht beisst er uns!"
"Frage du sie, Bruder, welchem Clan sie angehören!"
Die Mädchen antworten: "Irdener Krug, Palmenblatt,
Tragreifen, Wasserquelle, Wasser tragen."
Und sie fragten, "zu welchem Clan gehört
ihr?"
Die Jungs antworten: "Gekrümmter Griff des
Pflugs, hisel-Baum, Stock, Strasse, Sand, pflügen.
Unser Clan ist dahar dhuri."
Im (Feld von) dhubi-Gras strichen die
Brüder sindur in die Scheitel der Schwestern.
Haram und Budhi erfuhren davon und sagten, "wir
halten unser Leben nicht länger."
Maran Buru kam herab und fragte, "warum wollt
ihr eure Leben nicht länger behalten?"
Und sie antworteten, "Brüder und Schwestern
heirateten einander,
ihr Ansehen unter den anderen wird leiden."
Doch Maran Buru sagte, "werft euer Leben nicht
fort!
Bedenkt sari sarjom, khode matkom, ere
atna, (lepic tiril, peter bare.)"
Bei den Lotosblättern von Ladu Band setzten die
beiden sich hin und gelangten zu einer Entscheidung.
Sie besprachen und beschlossen, verschiedene Kasten
zu gründen.
Soren Sipahi, Kison Kisku, Mahan Mardi, Cheka Murmu,
Angharia,
Chore Para, Hembrom, Hansda Baba, Murmu Baba sie
gaben diese Namen.
Sie sagten, "Heirat zwischen Bruder und Schwester
soll niemals erlaubt sein," und trennten die Clans.
In alten Zeiten beschlossen die Ahnen der Santal,
nicht innerhalb des Clans zu heiraten,
und dieser Tradition folgen sie auch heute.
Hier ist der Priester Haram;
mit gebeugten Knien opfert er weisse Hähne, weisse
Ziegen im heiligen Wald
Mit dem Opfer wurden die bonga und der Dorfgründer
besänftigt.
Nach der Besänftigung der Götter tanzten
die Mädchen des Besra-Clans,
und die Jungen der Tudu schlugen ihre Trommeln.
Zwei Mädchen der Besra singen:
" Kleine kleine dumduk
Dumduk aus Gold gemacht.
Tamak aus Messing gemacht.
Die Enden der Schlegel meines Liebsten in Münzensilber
gefasst,
Liebling, wir hören deine Trommel: gumur gumur
Ihr Klang dringt bis nach Janum Ghutu,
der Klang dringt bis nach Jaher Ghutu."
Und die Jungen der Tudu gerieten aus dem Takt
und konnten ihre Trommeln nicht mehr spielen.
Es existiert eine Philosophie aus uralter Zeit;
es existiert eine Philosophie aus uralter Zeit.
Hier opferte Jong
und Lita buk Brot,
Karu ass und Kalia briet,
Suku verbarg sich und Chanda trat,
Nondo verschloss und Bunum versuchte
Daso blieb zurück und bekam überhaupt nichts!
Es existiert eine Philosophie aus uralter Zeit.
In alter Zeit herrschte bei den Handi Murmu der Brauch,
einen Ochsen zu schlachten, indem man ihn auf den
Kopf schlug mit dem Rücken der Axt.
Benommen taumelte der Ochse in den Stall:
Statt des Kopfs hatte er seine Kehrseite getroffen!
Benommen drang der Ochs in den Stall;
die Frau sagte, "beeilt euch und bringt eine
Schüssel
sein Fett tropft und geht uns verloren!"
Da packte Jog Manjhi Haramden Ochsen beim Schwanz,
und dieser sprang hoch und schlug aus.
Es existiert eine Philosophie aus uralter Zeit.
Zwei Hüterjungen fanden eine Python;
Sie packten die Schlange beim Schwanz und schwangen
sie um den Kopf als brennten sie Kalk.
Sie hängten sie an den atna-Baum und häuteten
sie.
"Oh Bruder, wo ist das Messer, wo ist Gelbwurz und
Salz?"
"Der Stein selbst ist Messer, der Stein selbst
ist Löffel, der Stein selbst ist turmeric, der Stein selbst ist Topf!"
"Oh Bruder, lass uns gemeinsam rühren!"
"Nun denn, so lass uns rühren!"
"Oh Bruder, wirst du die Portionen verteilen?"
"Nein, Bruder nein! Der Jüngste soll teilen,
und seine Portionen werden uns allen genügen."
Der Jüngste verteilte das Fleisch auf Blätter,
und mit dem, was er gab, waren alle zufrieden.
Hier schoss der Chil Bindhi Gidi Hansda den Geier.
Dieser Geier, wie in vergangenen Zeiten, schoss herab
und fing Hühner;
er trug auch kleine Kinder fort, und keiner konnte
ihn töten.
Da nahm der Chil Bindhi Gidi Hansda einen argom
und schoss einen Pfeil durch das Loch.
Der Pfeil fiel zur Erde,
der Vogel war getroffen und fiel; er bedeckte eine
Fläche von zwölf bigha;
der Pfeil fiel zwölf bigha entfernt.
Es existiert eine Philosophie aus uralter Zeit.
____________________________________________________________________________
An dieser Stelle fehlt in
Sadanandas Version eine Episode, die sonst in fast allen pot-Darstellungen
des Schöpfungsmythos erscheint, und die wir im folgenden aus der
Version Premanandas, seines Bruders, einfügen:
In längst vergangener Zeit führte am Ufer
des Jaynagar-Flusses
Goda Mardi seine Wasserbüffel zur Weide;
flussabwärts wusch ein Mädchen der Kisku
seine Wäsche.
Goda Mardis Haar mass zwölf Ellen.
Aus dem Blatt eines Sal-Baumes rollte er ein beedie,
ein Haar geriet ihm hinein, und er warfs in den Fluss.
Das Kisku-Mädchen fand es, ergriff es und fand
das lange Haar.
Sie nahm es mit nach Hause und schloss Türe und
Fenster.
Seine Eltern fragten, "warum schliesst du Tür
und Fenster und sitzt nur im Haus?
Sage uns, wer hat dich geschlagen oder verletzt
Wir sind die Angehörigen des Königsclans!
Wir werden ihn, der dich verletzte, fangen und zu
dir bringen."
"Niemand schlug und niemand verletzte mich;
doch es gibt etwas wenn ihr es sucht und mir bringt,
so werde ich Türe und Fenster öffnen!"
Die Eltern fragten, "was ist es?"
"Zwölf Ellen langes Haar die Person, der
es gehört.
Wenns ein Junge ist, so will ich ihn heiraten.
Wenn es ein Mädchen ist, so soll sie meine Freundin
sein."
Sie suchten und fanden: das Haar gehörte Goda
Mardi.
Er sass unter dem Heustock und flocht eine Strohschnur;
Er verbarg sein Bein unter Stroh.
Die Eltern erinnerten sich des Versprechens ihrer
Tochter;
Und Goda Mardi war Willens, die Tochter zur Frau zu
nehmen
Sie heirateten - Mardi und Kisku.
Frisch verheiratet sah das Mädchen sein Bein
war unförmig dick.
"Ich werde nicht mit ihm gehen!"
Und der Mardi-Junge schlug dem Kisku-Mädchen
den Kopf ab.
Mardi und Kisku begannen eine Fehde, die für
immer andauern sollte -
keine Ehen mehr zwischen den beiden -
und der Mardi beschloss, das Pferd des Kisku-Jungen
zu stehlen.
Er packte es beim Schwanz und zog es fort.
_____________________________________________________________________________
(Fortsetzung von Sadananda Chitrakars Text: )
Dies ist die Geschichte der Kisku und Mardi.
Das Pferd des Kisku Kisku und Mardi begannen zu
kämpfen.
Das Pferd des Kisku, von Mardi gezogen;
er zog es beim Schwanz und das Pferd schlug aus.
Kisku und Mardi fochten mit Äxten,
niemals heiraten sie einander, zu heftig war der Kampf.
An diese Stelle legten sie einen Stein und verschlossen
den Weg;
so wurde der bonga der Murmu errichtet.
In dem Moment, wenn du zur Welt kommst, steht dein
Glück schon geschrieben.
Es existiert eine Philosophie aus uralter Zeit.
Sadananda Chitrakar sang diesen Adi-pot zum
Wohle künftiger Generationen.
|